Der RDA-Workshop 2013 ist zu Ende. Die Leitmesse der internationalen Bustouristik hat Aussteller wie Besucher mit gemischten Gefühlen aus Köln entlassen.
Wer eine nachlassende Besucherfrequenz beobachtet hat, dem hält der RDA „eine stabil gebliebene Besucherzahl“ entgegen, wie RDA-Präsident Richard Eberhardt nach dem Workshop gegenüber EuroBus bestätigte. Man muss sich nichts vormachen: der RDA-Workshop hat eine gewisse Größe erreicht, die vor dem Hintergrund des allgemeinen Messegeschehens und des Gesamtmarktes nicht so ohne weiteres getoppt werden kann. Auch andere Veranstaltungen in der Branche haben dies schmerzlich zu spüren bekommen.
Da sich das Einkaufsverhalten in den letzten Jahren stark verändert hat und der Markt der Busreiseveranstalter geschrumpft ist, sagen reine Besucherzahlen nicht viel über die tatsächliche Qualität eines Workshops aus. Denn viele Aussteller, besonders die Großen oder diejenigen, die „Mehrwert durch Aktion“ boten, zeigten sich mit der Frequentierung und der Qualität der Nachfrage bei diesen drei Messetagen zufrieden.
Hier gilt verstärkt das Prinzip des getätigten Umsatzvolumens anstatt das Prinzip der vollen Stände. Denn nützen nicht 10 Besucher, die mehr Umsatz bzw. gesicherte Nachfrage bringen, eher als 20, die nur die Statistik anheben?
Dabei müssen sich auch die Aussteller hinterfragen, ob sie genug im Vorfeld für die Attraktivität ihres Angebotes bzw. ihres Standes getan haben. Durch starkes Engagement einiger weniger Aussteller wurden Fachbesucher auch teilweise bis in die Abendstunden gebunden. Wer dagegen wenig in die Waagschale des Marketings wirft, muss sich auch nicht wundern, wenn er von dem hart umkämpften Kuchen zwischen 1050 Ausstellern nur Krümel abbekommt.
Teilweise leere Gänge zwischen ausgedünnten Ausstellerständen am dritten Workshop-Tag ließen nicht nur bei frustrierten Ausstellern die Fragestellung auftauchen: Was kann man besser machen, um Besucher zum Workshop zu bringen?
Neue Zielgruppen erschließen, ist vielleicht ein Weg, obwohl es bei den Reisebüros wegen deren Bindung in der Provisonsstruktur nicht so einfach zu sein scheint wie gedacht. Kleinere Hotels als Aussteller akquirieren, wünschen sich beispielsweise viele Busunternehmer.
Die vieldiskutierte Standortfrage ist mit der weiteren Festlegung auf die Koelnmesse für die nächsten drei Jahre vom Tisch - zumal eine Verlegung eine Kostenerhöhung mit sich gebracht hätte, ebenso wie wechselnde Standorte. In der Terminfrage hat sich der RDA bewegt und versucht jetzt, mit der Verlegung eine Woche später in die letzte Juli-Woche (29. – 31. Juli 2014) auch mehr Bayern nach Köln zu bekommen.
Denn dass alles beim alten bleiben soll, wollen immer mehr Kritiker nicht. Schon im Vorfeld dieser Messe ist klar geworden, dass man jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann. Der RDA-Vorstand hat sich deshalb eine Klausurtagung verordnet und will dabei neue Initiativen ausloten.
Denn eines sollte jedem klar sein: Der RDA-Workshop ist gerade in schwierigen Zeiten eine unabdingbare Plattform für den persönlichen Kontakt und für den Einkauf. Sie muss durch neue Impulse gestärkt werden. Einfach nur weitermachen wie bisher, wäre der falsche Weg. Genauso falsch aber auch, diese Messe totzureden.
Eine Aufbruchstimmung tut not.
Heinz Lopuszansky