Vom Traumschiff zum Traumbus
 
Dieter Gauf, Hauptgeschäftsführer des RDA
Inszenierung in Freizeitparks: Klaus-Michael Machens, Präsident des Verbands Deutscher FreizeitparksWelt der Musicals: Michael Hildebrandt, Director Strategy & Development bei Stage EntertainmentGeschichten der Kirche: Pater Maximilian Krenn, Prior des Stifts Göttweig in ÖsterreichDr. Uwe Lorenz Geschäftsführer von Eberhardt Travel
TAG DER BUSTOURISTIK AKTUELL

Vom Traumschiff zum Traumbus

Sonntag, 11.01.2015

(lop) Beim 33. Tag der Bustouristik stand das Thema “Drehbuch Erlebnis Reise“ im Mittelpunkt. Bei der Auftaktveranstaltung der Branche in der Autostadt Wolfsburg gaben die Schreiber touristischer Drehbücher Anregungen darüber, wie eine Busreise für die Teilnehmer zu einem unvergesslichen Erlebnis werden kann.

Die Vorschläge genügten allerdings nicht immer, um die Erwartungshaltung der wenigen unter den 200 Zuhörern versammelten Busunternehmer zu befriedigen. Busunternehmer Rolf Wieneke (Häns’schens Reisedienst) bekam deshalb für seine Kritik am Ende der Veranstaltung Zustimmung: “Aller Ehren wert – doch wenn wir dies nicht alles schon in die Tat umgesetzt hätten, gebe es uns schon lange nicht mehr.“

Dieter Gauf, Hauptgeschäftsführer des RDA und Initiator der Veranstaltung, betonte in seiner Einführung, dass bei vielen Busreiseangeboten fast alles komplett ist - vom tollen Bus über die Route bis zum Hotel und den abgestimmten AGB. “Doch die Emotion fehlt oft“, beklagte Gauf. “Es geht um die Erfüllung von Träumen“, glaubt er. Deshalb solle das Angebot emotionalisiert werden. Im Marketing müsse das Angebot thematisiert und in der Durchführung inszeniert und umgesetzt werden. Nicht teure Teilleistungen seien ausschlaggebend, sondern Begegnungen zwischen Menschen und ein Themenbezug, der die Reise vom Standardprodukt unterscheidet. Gaufs Tipp: Nicht “Besuch der Autostadt“, sondern “Erlebnis in der Käferwelt“ das Angebot betiteln.

Inszenierung in Freizeitparks

Klaus-Michael Machens, Präsident des Verbands Deutscher Freizeitparks (VDFU), verdeutlichte in seinem Statement, wie Freizeitunternehmungen erfolgreich Erlebniswelten inszenieren. Machens: “Auch Reiseveranstalter müssen Gefühle in Gang setzen, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein gewöhnliches Ereignis zu einem ungewöhnlichen Erlebnis werden“. Sein Ratschlag: Die Sehnsüchte seiner Kunden herausfinden (etwa über beliebte Filme, Bücher etc.) und darauf aufbauend Geschichten erzählen und thematisieren.

Welt der Musicals

Michael Hildebrandt, Director Strategy & Development bei Stage Entertainment, ermunterte die Busreiseveranstalter, sich an das bewährte Marketing-Instrumentarium des marktführenden Musicalproduzenten anzukoppeln. “Unser Produkt ist Inszenierung - wir kreieren Emotionen“. Dies funktioniere aber nicht über die Ratio“ und Checklisten“, so Hildebrandt. “Dazu braucht man Mitarbeiter, die ein solches Erlebnis auch erzeugen wollen“. Zudem brauche man “Leuchttürme“, die man lange vorher schon ankündigt, Premiere feiert und letztendlich diese auch wirkungsvoll beendet.

Geschichten der Kirche

Pater Maximilian Krenn, Prior des Stifts Göttweig in Österreich, wollte die Frage beantworten, warum kirchliche Reisen vergleichsweise höhere Preise erzielen (z.B. 3 Tage Mosel 599 Euro oder 8 Tage Cornwall für 1700 Euro). “Es geht immer darum, Geschichten zu erzählen und Begegnungen zu ermöglichen.“ Krenn: “Es darf ruhig persönlich werden“. Klöster seien übervoll mit Geschichten und Geschichte. Dieser Reichtum will geteilt werden.

Aus allem: Eine Erlebnisreise kreieren

Wie dies alles nun in eine Reise umgesetzt werden kann, versuchte Dr. Uwe Lorenz zu erläutern. Der Geschäftsführer von Eberhardt Travel erinnerte an die Bedeutung, das Bedürfnis nach Naturverbundenheit zu befriedigen, Überraschungsmomente zu schaffen und Dankbarkeit dafür zu erzeugen. Dies führe zu Kundenbindung, nicht nur zu Kundenzufriedenheit. Tipp: Emotionen erzeugen, durch spannende Momente wie Überqueren von Hängebrücken, im Nebel wandern, Schifffahrt mit Rettungswesten, körperliche Anstrengungen einplanen, Rituale einbauen etc. Wichtig dabei: Reiseleiter müssen mitwirken.


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