Busverkehr durch hohe Dieselpreise massiv gefährdet
 

VERBÄNDE SCHLAGEN ALARM

Busverkehr durch hohe Dieselpreise massiv gefährdet

Donnerstag, 26.03.2026

Die Branchenverbände WBO) und NWO schlagen Alarm: Explodierende Dieselpreise setzen private Busunternehmen massiv unter Druck und könnten kurzfristig zu Einschränkungen im öffentlichen Verkehr führen. Beide Verbände warnen vor Liquiditätsengpässen, existenzbedrohenden Entwicklungen und möglichen Ausfällen im Linien-, Schüler- und Spezialverkehr – und fordern schnelles Handeln von Politik und Auftraggebern.
In Baden-Württemberg spricht der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) von einer „ernsthaften Gefährdung der öffentlichen Mobilität“. Hintergrund sind die Dieselpreise, die seit der Eskalation des Nahost-Konflikts innerhalb weniger Tage auf ein Rekordniveau gestiegen sind – und damit deutlich über den Spitzenwerten der Energiepreiskrise im Jahr 2022 liegen. „Was vor vier Jahren als historische Ausnahmesituation galt, wiederholt sich nun in noch schärferer Form“, erklärt WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg. „Der Nahost-Konflikt dauert an – mit gravierenden Folgen für die Busunternehmen. Diese können die explosionsartig gestiegenen Kosten in dieser Größenordnung nicht aus eigener Kraft abfangen. Wir stehen vor einer ernsthaften Gefährdung der öffentlichen Mobilität im Land.“

Besonders betroffen sind eigenwirtschaftlich tätige Busunternehmen, die ihre Verkehre ausschließlich über Ticketeinnahmen finanzieren. Diese Unternehmen tragen das volle wirtschaftliche Risiko und haben weder die Möglichkeit einer kurzfristigen Preisanpassung noch einer indexierten Kostenfortschreibung. Die sprunghaften Preissteigerungen beim Diesel führen laut WBO zu erheblichen Liquiditätsengpässen und gefährden die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Verkehre – insbesondere im ländlichen Raum.
Die Situation wird von den betroffenen Unternehmen selbst als existenzbedrohend beschrieben. So haben sich unter anderem private Busunternehmen im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) mit einer eindringlichen Stellungnahme an die zuständigen Aufgabenträger gewandt.

Der WBO fordert deshalb ein sofortiges Eingreifen der öffentlichen Hand. „Aufgabenträger müssen diese Verkehre in der nun bestehenden Krise finanziell stützen, es braucht eine kurzfristige, unbürokratische Energiepreishilfe – analog zur Abfederung von 2022, aber angepasst an die aktuelle Dynamik“, so Hüneburg. Zugleich warnt sie vor den Folgen eines Zögerns: „Jede Verzögerung verschärft die Lage und kann zu irreversiblen Ausfällen führen.“

Auch bestehende Vergabeverkehre könnten unter dem Kostendruck leiden. Der Verband sieht insbesondere dort Risiken, wo keine ausreichenden Mechanismen zur Kostenanpassung greifen.
NWO drängt auf Kompensation der Treibstoffkosten
In einem Schreiben an die Vorstände und Geschäftsführungen der VDV-Mitgliedsunternehmen in Nordrhein-Westfalen sowie an die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland weist der Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NWO) auf die angespannte Lage in der Busbranche hin. Betroffen seien insbesondere Auftragsunternehmen im Linien-, Schüler- und Behindertenverkehr. Der NWO appelliert an die Auftraggeberseite, kurzfristig in Verhandlungen über eine Kompensation der gestiegenen Treibstoffkosten einzutreten.
„Diese Preissteigerungen sind für unsere Betriebe kaum zu stemmen. Diesel macht in den meisten Unternehmen rund 20 Prozent der Betriebskosten aus, und innerhalb der vergangenen vier Wochen ist der Dieselpreis für Großverbraucher um mehr als 50 Prozent gestiegen“, erklärt NWO-Geschäftsführer Christian Gladasch.

Nach Einschätzung des Verbands könnten die stark gestiegenen Kraftstoffkosten dazu führen, dass Busverkehre aus finanziellen Gründen eingeschränkt oder eingestellt werden. Betroffen wären neben dem Linienverkehr auch der Schülerspezialverkehr sowie die Behindertenbeförderung. „Wenn das passiert, dann drohen Busse und Fahrgäste – darunter Schülerinnen und Schüler, Pendler auf dem Arbeitsweg, behinderte Menschen – stehenzubleiben. So weit darf es nicht kommen“, warnt Gladasch.

Um die Situation zu entschärfen, empfiehlt der Verband konkrete Maßnahmen bei bestehenden Verkehrsverträgen. So sollte der Rhythmus von Preisanpassungen auf monatliche oder vierteljährliche Intervalle verkürzt werden. In Verträgen ohne entsprechende Regelungen schlägt der NWO vor, befristete Treibstoffkostenzuschläge einzuführen, die bei Überschreiten bestimmter Preisgrenzen greifen.

„Beide Maßnahmen sichern die Liquidität unserer Mitgliedsbetriebe und sind bereits nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 bereits angewandt worden. Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu handeln“, betont Gladasch.
Foto: Alexander Fox / PlaNet Fox /Pixabay



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