Erster Standort für reinen E-Busbetrieb
 

BERLINER VERKEHRSBETRIEBE

Erster Standort für reinen E-Busbetrieb

Donnerstag, 09.04.2026

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) baut ihre Elektrobusflotte weiter aus und errichtet an der Köpenicker Landstraße ihren ersten reinen Elektrobus-Betriebshof. Auf rund 44.000 Quadratmetern entstehen Lade- und Abstellflächen für etwa 200 Fahrzeuge, eine Servicehalle sowie ein Verwaltungsgebäude. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant. Begleitet wird das Projekt vom Beratungsunternehmen Drees & Sommer, das die Projektsteuerung und Bauüberwachung übernimmt. Die ersten Bauarbeiten starteten im März 2025.
Die Verkehrswende gewinnt an Tempo. Immer mehr Menschen steigen auf E-Mobilität um, auch der öffentliche Nahverkehr stellt seine Flotten um. Bereits heute sind 280 Elektrobusse für die BVG im Einsatz. Bis 2027 soll rund ein Drittel der insgesamt 1.500 Busse elektrisch unterwegs sein. Grundlage dafür ist das Projekt BIG2025, eine Initiative zur Großbeschaffung von Elektrobussen. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit rund 195 Millionen Euro.

Der neue Betriebshof entsteht auf einem ehemaligen Industrieareal, das mit Altlasten belastet ist. Das stellt besondere Anforderungen an die Bauarbeiten. „Für den Bau einer Ladeinfrastruktur sind umfangreiche Tiefbauarbeiten erforderlich. Wenn wir dabei auf Altlasten treffen, kann das den Zeitplan negativ beeinflussen“, erklärt Julian Hennig, Projektteamleiter bei Drees & Sommer.
Um den Baugrund zu stabilisieren, wurden rund 9.000 Betonsäulen eingebracht. Entscheidend sei eine enge Abstimmung auf der Baustelle: „Indem wir die Abläufe auf der Baustelle eng abstimmen und eine transparente Kommunikation zwischen allen Beteiligten sicherstellen, treiben wir die Arbeiten strukturiert voran und sorgen dafür, dass alle Termine eingehalten werden.“

Für den Betriebshof wurde zudem ein spezielles Entwässerungssystem entwickelt. Da große Teile der Fläche versiegelt werden, muss Regenwasser gezielt abgeführt werden. „Um einen effektiven Betrieb zu gewährleisten, musste ein Großteil der Betriebshof-Fläche versiegelt werden“, so Hennig.
Das Wasser wird über ein Rückhaltebecken geführt, vorgereinigt und unter Einhaltung aller Umweltauflagen in die Spree eingeleitet: „Damit Regenwasser zuverlässig abfließen kann, leitet das neue Entwässerungssystem das Oberflächenwasser über ein Regenwasserrückhaltebecken, vorgereinigt in nahezu Trinkwasserqualität und unter Berücksichtigung aller genehmigungsrechtlichen Anforderungen von Wasser- und Umweltschutz in die Spree.“
Die umfangreichen Tiefbauarbeiten hätten auch positive Effekte: „Von der Umgestaltung profitiert nicht nur der öffentliche Nahverkehr, sondern das gesamte Areal“, ergänzt Hennig.

Weitere Betriebshöfe geplant

Auch an anderen Standorten bereitet sich die BVG auf mehr Elektrobusse vor. Neue Betriebshöfe entstehen an der Säntisstraße und der Minna-Todenhagen-Straße, bestehende Anlagen werden umgebaut. Auch hier übernimmt Drees & Sommer die Projektsteuerung. Die vollständige Inbetriebnahme des Standorts an der Köpenicker Landstraße ist für 2027 vorgesehen.

Bildunterschrift:
Das neuen BVG-Betriebsgelände in Schöneweide wird für den Einsatz von bis zu 200 Elektrobussen vorbereitet.
Foto: BVG/ Drees & Sommer SE



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